Zweites Haflinger-Festival in Zarnewanz




2. IGH-Haflingerfestival in Zarnewanz August 2016

Auch in diesem Jahr hat die Interessengemeinschaft IGH M-V e.V. (www.ighaflinger.de) alle Mitglieder und Freunde des Haflingers zur zweiten Auflage des Haflingerfestivals am 6. August nach Zarnewanz eingeladen. Wieder gab es regen Zuspruch, begeisterte Programmteilnehmer und viele Schaulustige. Im Mittelpunkt sollten Spiel und Spaß mit unseren Haflingern stehen. In einem eigens für das Festival vorbereiteten Campingareal konnte man schon vorher anreisen, bei den Festvorbereitungen helfen und schöne Vorabende am Lagerfeuer genießen. Der Festivalvormittag startete bei gutem Wetter mit einer gemütlichen Ausfahrt unserer Haflingerfahrer durch die romantischen Recknitzwiesen, unterstützt durch ein Kaltblut-Kremsergespann von Maik Tegtmeier, gestiftet von Daniel Bülow. Danke für diese schöne Überraschung! So fand schließlich jeder Festivalgast ein freies Plätzchen auf den Wagen. Pünktlich um 12 Uhr startete das Festivalprogramm. Ganz groß kamen dabei gleich unsere jüngsten Teilnehmer heraus, die in unserem Mottowettbewerb in prächtigen „Herr der Ringe“-Kostümen auf ihren Haflingern brillierten. Das Richterkollegium, Anne Rosenberg, Peter Krecklow und Werner Reimer, entschied sich für Marthe Repp und Annika Reimer auf ihrer traumhaft schön herausgebrachten Haflingerstute Aniara.

Nicht vergessen möchten wir unser langjähriges IGH Mitglied Erhard Fenske, der keinen Spaß auslässt und im Wettbewerb als Gollum posierte. Viele schmunzelnde Gesichter und reger Beifall waren sein Lohn. Nun sollte es ruhig und ernst zugehen, denn die gerittene Gelassenheitsprüfung stand an. Peter Kautz hatte wieder einen spannenden Parcours vorbereitet. Sechs Reiter-Pferd Paare stellten sich den Anforderungen von Holzbohlen- und Schaumstoffbrücken, Flatterband, beweglichen Planen und einem Geschicklichkeitspunkt wo mittels Stock vom Pferd aus Kunststofflaschen in einem Sammelbehälter landen sollten. Jeder Teilnehmer hat sehr gekonnt den Parcours gemeistert. Die Siegerin des Wettbewerbs und neue Besitzerin des Wanderpokals wurde Melissa Bülow mit Nenèe.  Im Programmpunkt Zugleistungsprüfung am Schleppschlitten waren die echten Arbeitstiere unter den Haflingern gefragt. Neu in diesem Jahr war die Einspänner-Zugleistung. Ein hartes Kopf an Kopf Rennen zwischen Fiete Dittmann und Robert Esch bescherte den Zuschauern viel Anspannung und Hochachtung. Das gezogene Gewicht erreichte fast das Ergebnis der Zweispänner-Zugleistung von 2015, was die Zuschauer mitfiebern lies. 600 kg zogen die Haflingerstuten jeweils auf dem Schleppschlitten durch die Zielgerade. Sieger des Wettbewerbs und stolzer Besitzer des Wanderpokals wurde Robert Esch mit Ashanty, der mit seinem witzigsten Hut die nötigen Zusatzpunkte zum Sieg erreichte. Ähnlich spannend ging es auch in der Zweispänner-Zugleistung zu. Dort konnte Fiete Dittmann mit seinen Haflingern Michel und Madonna den Wanderpokal verteidigen. Allerdings zogen Fietes Pferde in diesem Jahr 1040 kg auf dem Schleppschlitten davon und überboten damit das Vorjahresergebnis, was der Wettergott mit einem kräftigen Regen begoss. Auf Anfrage unserer Moderation Holger Reimer, wie die Pferde im Stande sind solche Leistungen zu erbringen, antwortete Fiete sinngemäß, das Geheimrezept sei das Zurücklegen regelmäßiger größerer Distanzen, um die Kondition des Tieres zu trainieren.In unserer Festspielprogrammpause, wo sich die Haflinger wohlverdient ausruhen durften, zeigte Jana Pierstorff, als Gast der Veranstaltung, eine Freiheitsdressur mit ihrer Lewitzerstute Oxana. Um zu zeigen was man mit Vertrauen zwischen Mensch und Tier doch alles erreichen kann hatte sie auch ihre Dackel Seppel und Bruno mitgebracht. Beide Hunde ließen sich an einem für sie gebauten Wagen anspannen und Seppel zeigte seine Reitkünste auf Reitpony Rüpel wohlgemerkt in allen Gangarten. Das war wirklich großen Applaus wert. In den anschließenden Mensch gegen Pferd Wettbewerben behielten eindeutig die Menschen die Oberhand. So zogen 26 Menschen an einem Seil den voll bestückten Schleppschlitten der Zugleistungsprüfung mit 1040 kg ins Ziel. Auch beim Eierlauf zu Pferd gewannen die Läufer klar vor dem Pferd. Wir danken Josef Masermann, der auf Haflingerstute Ashanty für diesen Wettbewerb einhändig und mit Löffel und Holzei durch den Parcours geritten ist. Für das diesjährige Einspänner-Hindernisfahren traten u.a. Erhard Fenske und Holger Baelkow mit zwei schon etwas in die Jahre gekommenen Albatros-Stuten an. Die Freude war groß, als sich beide Männer begegneten - der Beschluss die beiden Haflinger-Damen Asti und Atlanta im Zweispänner-Hindernisfahren erstmalig zusammenzuspannen stand fest. Mit Abstand siegte jedoch Fiete Dittmann, der als Nachmeldung teilnahm und mit 51 Sekunden den Wanderpokal abräumte. Auch im Zweispänner-Hindernisfahren war Fiete Dittmann ungeschlagen. Wie gewohnt mit rasantem aber sicherem Fahrstil konnte er seinen Pokal von 2015 verteidigen. Erstmalig startete in dieser Disziplin Robert Esch mit den Haflingern Ashanty und Charly. Sie belegten prompt einen zweiten Platz. Ist das vielleicht Anfängerglück-wir denken dass Robert bestimmt weitertrainiert und vielleicht sehen wir ihn 2017 wieder.

Lang drauf hin gefiebert und nun endlich soweit - für viele Reiter ein sehr wichtiger Programmpunkt das Reiter-Geschwindigkeitsrennen. Rasant und mit perfekter Kurvenlage traten in einem Ausschlussverfahren 8 Reiter-Pferd Paare gegeneinander an. Eindeutige Siegerin des Wanderpokals wurde Annika Reimer mit Nelly vom Haflingergestüt Reimer. Vize wurde Luise Völker mit Noel vom Haflingerhof Anne Hänisch. Wir denken die jungen Reiterinnen zeigten hier ein tolles Bild und waren mit ihren Haflingern hoch motiviert trotz ihrer weiten Anreise u.a. aus Burg Stargard.

Voller Spannung wurde dann die Prämierung der „weitesten Anreise zu Pferd und Kutsche“ erwartet. Es gab drei Gespanne für diesen Wettbewerb aber leider keine Reiter. In diesem Jahr konnten Anke und Silvio Braun den Wanderpokal nach Hause holen und damit Ansporn geben es ihnen gleich zu tun. 38 Kilometer fuhren sie mit ihrem Zweispänner und Kremser durch Mecklenburgs schöne Natur bis nach Zarnewanz. Mit einem Einhorn und seinem zur Übernachtung umgerüsteten Kremser reisten Peter Krecklow und sein Beifahrer Holger Baelkow über 32 Kilometer an. Eine tolle und selten gefahrene Anspannung, danke Peter, dass du damit wieder wichtige Impulse gibst.

Hufschmied Daniel Bülow gab am späten Nachmittag eine Vorführung rund um das Thema Hufbeschlag und Schauschmieden. Die Zuschauer konnten Schritt-für-Schritt verfolgen wie das Pferd ein neues Hufeisen bekommt. Jeder handwerkliche Schritt wurde trotz des vielen Qualms der aufgepassten Eisen sehr verständlich kommentiert. In der Schauschmiede wurde von Daniel ein Pokal für das Festival hergestellt und gestiftet für den danach folgenden Wettbewerbsprogrammpunkt Jump & Run. 10 Teams bestehend jeweils aus Reiter und Läufer traten gegeneinander an. Das Team mit der schnellsten Gesamtzeit sollte gewinnen. Siegerin dieser Disziplin wurde die Reiterin Jana Pierstorff mit Läufer Josef Masermann, knapp gefolgt von Fiete Dittmann mit Sohn Jörg als Läufer und als Drittplatzierte ging das Team Emma Simson auf Skala mit Läuferin Lisa-Marie Sprenger ins Rennen. Dies war ein wirklich aufregender Wettbewerb und die Teilnehmer hatten sichtlich viel Spaß. Bei den stattfindenden Reiterspielen, vorbereitet durch Birgit Reimer, wurden zwei Teams gebildet die gegeneinander antraten. Dabei wurde die reiterliche Geschicklichkeit großgeschrieben. Trotz dass der aufkommende Wind manchmal die Requisiten für die Spiele wegwehte hatten alle Teilnehmer viel Spaß. Den Wanderpokal gewann das Team Melissa Bülow und Jana Pierstorff. Über den ganzen Tag fand das Hufeisenspiel statt, dabei konnten Teams aus Zuschauern und aktiven Teilnehmern gebildet werden, die mit 15 Würfen die Hufeisen korrekt platzieren mussten. Das Siegerteam um Peter Kautz konnte mit 8 richtigen Treffern den Wanderpokal in Empfang nehmen, begleitet von einem lauten Jubelschrei. Nach den Wettbewerben klang dieser doch sehr aktive Tag wohlverdient bei Entspannung am Lagerfeuer und Stärkung am Grill aus. In Ruhe konnte nun noch einmal über die Wettbewerbspunkte erzählt und gelacht werden. An dieser Stelle möchten die Organisatoren, Anke und Silvio Braun, allen Festspielteilnehmern für die große Unterstützung und die kulturelle Umrahmung danken insbesondere den vielen engagierten Reitern auf ihren hervorragend herausgebrachten Pferden und ihren mitfiebernden Eltern, den vielen Helfern am Rande des Parcours u.a. Swen Russow, Maria und Matze Reimer, unserem Caterer Ritschi und seiner Frau die für das leibliche Wohl sorgten, nicht zu vergessen das Haflingergestüt Reimer für die Bereitstellung von Boxen und Futter für unsere Vierbeiner, besonderer Dank auch an Georg Wolter als IGH Reit- und Fahrwart, dass er trotz Erkrankung kommen konnte. Wir hoffen von ganzem Herzen, dass jeder wieder einen unvergesslichen Tag erlebt und neue Impulse für das nächste Jahr getankt hat, denn 2017 geht es am Sonnabend 5. August wieder um die Verteidigung der Wanderpokale und das Festival damit in die dritte Runde.

Text und Fotos Anke und Silvio Braun - www.hof-kleinpommern.de
Fotos Christoph Frenzel

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